CALLALLI

Fläche: 1495.10 km²
Einwohner: 2 511

Name der Pfarre: San Antonio de Padua – Callalli
Name der spanischen Gründung: Alcántara de Callalli

"Callalli" wird von dem Aymara-Wort "Hallalli" abgeleitet, und bezieht sich auf die Pflanze der "Brennnessel", die in dieser Gegend häufig vorkommt. Diese Pflanze gilt als Heilpflanze und soll – der Legende nach, dem Inka-Herrscher, der in diese Gegend kam, gegen seine Magenschmerzen geholfen haben.
Eine andere Erklärung sagt, dass der Name von dem Wort "Qhali Llalliy" abgeleitet ist und in Quechua "agile Person, die gewinnt" bedeutet. Dies könnte ein Hinweis sein auf den traditionellen Tanz "Qhashwa tinkuy", der im Wettstreit von den Partialitäten Urinsaya und Hanansaya ausgetragen wurde.

Callalli liegt auf 3867 m und wurde unter der Regierung des Vizekönigs von Peru, Francisco Toledo, vermutlich im Jahre 1573 von Lope de Suazo mit dem Namen "Alcántara de Callalli" gegründet. Die Spanier haben die einheimische Bevölkerung der Collaguas, die weit verstreut in dem großen Gebiet auf ihren Höfen lebten, in Zentren zusammengefasst ("reduziert"), um die Steuererhebung und Evangelisierung zu erleichtern. So entstanden die berühmten "Reducciones" in Colca-Tal, Dörfer, die schachbrettartig nach genauen Anordnungen gebaut und angelegt wurden. Die traditionellen Wohngebiete der Menschen mussten aufgegeben werden. Ruinen wie Inglis Inglis, Quena und Ruinenreste am Ortsrande von Callalli geben noch Zeugnis von dieser Zeit vor der Ankunft der Spanier. Die Evangelisierung in dieser Gegend wurde vom Franziskanerorden aus Cusco geleistet. Patron der Pfarre ("Doctrina") Callalli ist der Hl. Antonius von Padua.
Imponierend ist die Felsenlandschaft oberhalb des Orts. "Wahrzeichen" von Callalli ist der Berg "Torre Qaqa" ("Steinerner Turm"), dessen alter Name aber "Saya Saya" ist. Von Callalli aus erreicht man zu Fuß in ca. 30 Minuten diese natürliche Felsenformation, die wie eine Festung über dem Ort thront. Wind und Wetter haben diese Landschaft geformt und geschaffen.

 

Kolonialkirche "San Antonio de Padua"

Der aktuelle Bau dieser Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert, wobei es immer wieder wegen der Erdbeben Rekonstruktionen und Restaurierungen gab. Vulkanisches Tuffgestein, das aus dem Steinbruch in der Nähe des Ortes abgebaut wurde, hat man für den Bau in der Form eines lateinischen Kreuzes verwendet. Für den Fußboden wurden sechseckige Lehmziegel benutzt, die ebenfalls im Ort hergestellt und gebrannt wurden. Zwei imposante Türme flankieren den Haupteingang, der von zwei Bögen überdeckt ist, um Schutz vor dem Regen zu geben. In der linken Seitenkapelle der Kirche befindet sich der Altar des Patrons, des Hl. Antonius von Padua. Interessant ist, dass es zwei Statuen dieses Heiligen gibt; vielleicht ein Hinweis auf den Dualismus, den man in der Kultur der Anden findet? Die kleinere Statue in der rechten Nische des Altares weist die Jahreszahl 1588 auf, und soll angeblich aus Quito (Ecuador) stammen.
Im Hauptaltar befindet sich in der obersten Nische die Patronin: Maria Muttergottes, die "Unbefleckte Empfängnis", deren Fest am 8. Dezember mit dem traditionellen Wititi – Tanz gefeiert wird. Auf der linken und rechten Seite des Hauptaltares befinden sich die Statuen des Hl. Dominikus, Gründer des Dominikanerordens, und des Hl. Franz von Assisi, dessen Ordensmitglieder ja hier gewirkt und gearbeitet haben. Unter dem Fußboden der Kirche befinden sich kleine Krypten mit den Resten der dort bestatteten Ordens- und Weltpriester. Rechts neben dem Haupteingang befindet sich eine eigene Taufkapelle (Baptisterium) mit dem Taufstein.

TRADITIONELLE FESTE:
13 de Junio: Fiesta de San Antonio
8 de Diciembre: Fiesta de la Inmaculada Concepción

ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL
Mit dem Bus von Arequipa in 3-4 Stunden (154Km) zu erreichen
Mit dem Bus von Chivay 1 Stunde

SOZIAL- UND PASTORALARBEIT
Ca. 30 Jahre lang war kein eigener Priester im Ort anwesend, die Betreuung der religiösen Feste und die Spendung der Sakramente erfolgte, sehr sporadisch, von Chivay oder von Arequipa aus.
Im Jahre 1991 konnte mit einer gezielten und organisierten Pastoral- und Sozialarbeit begonnen werden. Von großer Bedeutung war die Mitarbeit zweier Katechisten aus der ehemaligen Prälatur Huari (Ancash), wo Pater Franz in den Jahren 1980 bis 1990 gearbeitet hat. Alejandro und Eloy waren vor allem für die Ausbildung der ersten Katechisten verantwortlich, und haben in wochenlangen Missionen zu Fuß die Menschen auf ihren Höfen besucht.
Ein aus dem Glauben an Christus geprägtes Leben soll den Grund bilden für eine neue Gesellschaft, in der alle menschenwürdig in Frieden und Gerechtigkeit leben können, in der vor allem Solidarität gelebt und verwirklicht wird. In lebendigen Gemeinschaften soll dieser Gaube gelebt und gefeiert werden.

Wie in anderen Regionen der Anden ist die Religion sehr stark mit der lokalen Tradition verflochten. Zu allen wichtigen Feiertagen werden traditionelle Tänze aufgeführt: am 13 Juni (Hl. Antonius von Padua) wird "Huallatscha" getanzt und am 8.Dez. (Maria Empfängnis) "Wittiti".

Das Pfarrzentrum in Callalli war lange Zeit verwahrlost und musste restauriert und gerichtet werden. Nun beherbergt es Räumlichkeiten für die verschiedenen Treffen und Gruppen, Speiseraum für Kinder und alte Menschen. Im Pfarrhof befindet sich auch die Radiostation für "Radio San Antonio".

In angemieteten Räumen funktionierten eine Tischlereilehrwerkstatt und eine Lehrschneiderei.

Da der Grund des Pfarrhofes ziemlich reduziert ist, wurde am Hauptplatz ein Grundstück erworben, auf dem ein neues bescheidenes Pfarrzentrum mit Räumlichkeiten für die Bibliothek, für die Radiostation und für Unterkünfte gebaut wurde. Dieser Bau wurde vom Land Oberösterreich finanziert.

 

 

 
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